Fahrradtour Mainradweg

Auf geht’s zur nächsten Tour, dem Mainradweg. Die Wetterprognosen sehen nicht so ganz rosig aus, geschweige denn überhaupt blumig. Eher wie verwelktes Unkraut. Regen, Gewitter, Schafskälte. Was will man machen. Diesmal geht es zum Startpunkt mit der Bahn. Wir sind gespannt, was uns auf diesem Weg erwartet…

1.Tag Anreise und Creußen – Bayreuth 28 km

Die Anreise mit der Bahn hat seltsamerweise geklappt. Da ich in den letzten Wochen einige tolle Erfahrungen mit der Bahn sammeln konnte, war ich gespannt, wie die Fortsetzung sein könnte. Aber nix, alles gut, keine Verspätung. Lediglichdie Mitnahme in den RE”n ist so eine Sache. Wenn voll, dann voll. Ja, und was ist wenn man mit seinem Ticket eine Zugbindung hat und das Fahrrad nicht mehr reinpasst? Egal, wir haben uns reingequetscht, weil wir die ersten waren…In Creußen haben wir den trockenen Zug verlassen. Es regnete gleich von Beginn an. und das nicht schlecht. Also rein in die fast schon zurecht gelegten Regensachen und los ging es zur “Roten Mainquelle”. Dass aus diesem kleinen Holzrohr mit Rinnsaal mal ein breiter schiffbarer Fluss wird, kaum zu glauben. Nach so viel Sitzen im Zug quälten wir uns bis auf die 581 m ü.NN.Alles im Regen wohlgemerkt, auch die rasante Abfahrt mit so ca. 45 Sachen, alles im strömenden Regen. Bayreuth war das Ziel, Hotel Weihenstephan. Die Bilder im Internet waren sehr geduldig, was das Zimmer und die übrige Ausstattung anging. Wie man ein Hotel in so einer Lage und diesem Namen so runterwirtschaften kann war uns ein Rätsel. Egal, wir haben in dem Dunkel des Lichtscheins den Wasserhahn und sonstige trockene Ecken für unsere Klamotten gefunden. Nächsten Tag waren sie trocken, wir auch!

Gespeist wurde im Oskar, Nr.1 von 145 bei Tripadvisor. Zu Recht! Ein Schäufele musste es sein, einfach ein Genuss…

2. Tag Bayreuth – Lichtenfels 74 km

Dass man 74 km bei strömendem Regen Fahrrad fahren kann, hatte ich schon gehört, aber selber erleben war mir noch neu. Es wechselte sich der Starkregen mit dem strömenden Regen und dem seitlichen Gewitter ab. Zu Beginn des Tages steuerten wir noch ein Fahrradladen in Bayreuth an, um einen neuen Regenüberzieher für die Lenkertasche und die Frau zu bekommen. So ganz trauten wir den eigenen Sachen nicht mehr. Es gelang! So richtig Lust zum Fotografieren blieb nicht, aber das eine oder andere Bild ist dann doch aussagekräftig. Ein Abstecher nach Kulmbach war auf jeden Fall noch drin. Eine Stadt der Biere: Kapuziner, Mönchshof, Kulmbacher. Alles bekannte Marken. der Marktplatz hatte eines davon zu bieten.

Die Übernachtung im Gasthaus Wallachei war im Vergleich zu Bayreuth eine Luxusherberge. 2 Zimmer, Küche ohne Schränke, Bad, funktionierende Heizung zum Trocknen der mehr als durchnässten Sachen. Jetzt weiß ich endlich, wo die Wallachei ist 😉 Auf der Suche nach was Essbarem an einem Ruhetag-Montag stießen wir auf das fast einzig geöffnete Pontos. Das war nicht nur die einzige Entscheidungsmöglichkeit, sondern wäre wahrscheinlich auch noch die Beste an allen anderen Tagen gewesen. Sehr lecker dort!

3. Tag Lichtenfels – Bamberg 45 km (Kurztour zum Ausruhen)

Kaum hatten wir Lichtenfels verlassen, waren wir auch schon in Bamberg. Nee, ganz so war es nicht. Am Zufluss der Lauda erhielten wir an einem Rastplatz eine kostenlose “Führung” eines Mitradlers. Vierzehnheiligen, Staffelberg, dem Berg der Region und Arnsberg, genannt Veitsberg wurden uns erklärt. Der Letztere hat obenauf Europas größte zusammenhängende Lindengruppe rund um eine ehemals keltische Opferstätte, heute Kapelle. Von weitem sichtbar… Interessanter Vortrag!

Im Landgasthof Leicht in Kemmern sehr durstig angekommmen, hatte man keine Lust uns zu bedienen. Nicht ein einziges Wort war übrig für den an der Luke für den Biergarten dürstenden Radtourist war übrig. Sämtliche Meldungen einer bevorstehenden Beinahebestellung verhallten in der mit Mitarbeitern gefüllten Küche. Bustouristiker sind halt gern gesehene Leute in diesem Heizdeckengasthof…In Bamberg erwartete uns das Hotel Andres. Gute Mittelklasse für wenig Geld, aber seltsame Preisgestaltung auf der Webseite, siehe Standardrate und Homepagerate.

In Bamberg hatte wir genügend Zeit, bis zum großen Regen. Also rechtzeitig verkrochen ins Sternla, dem wohl ältesten Wirtshaus Bambergs. Es gab Schäufele. Anschließend noch in die Brauerei Spezial, auch ein urgemütliches fränkisches Gasthaus. Hier lernten wir mit ganz vielen Worten Klaus (70) aus Bamberg , geboren auf der Durchreise in Magdeburg, Andreas (ca. 32) aus Bautzen, Renate (62) und ffwcww (unverständlíches sächsisch, ca. gefühlte 88) aus Köstritz kennen. Amüsante Gespräche über Radtouren, Portugal und Bier. Einfach ein schöner Abend mit u.a. viel Rauchbier. Hier lernte ich auch die kürzeste Bierbestellung kennen und wendete sie auch an: AU (Ein Ungespundetes). Hier lernten wir zu späterer Stunde no a gschaids frängghisch.

4. Tag Bamberg – Schweinfurt 66 km

Auf dieser Tour, welche im Übrigen relativ trocken absolviert werden konnte, trafen wir auf die ersten Weinberge. Gefühlt begann diese Gegend bei Sand a. Main Richtung Schweinfurt zunehmend. Zum Mittag haben wir uns meistens mit Würstchen, Käse und Bier aus dem Markt eingedeckt. Hier war zum ersten Mal ein fränkischer kleiner Bocksbeutel dabei. Eine schöne Stelle in der Natur ausgesucht und losgespeist. Nix aufregendes bis Schweinfurt, außer Schweinfurt. Für uns eine hässliche Stadt, mit “Rotlichviertel” mittendrin, einem äußerst schlechten Italiener neben zwei weiteren Italienern und noch einem weiteren um die Ecke. Original frängghisch findet man erst, wenn die Datenverbindung irgendwo mal klappt. Das war dann die Neue Schranne.

Gleich zu Beginn in Schweinfurt ein sehr schöner Stadtstrand direkt am Main gelegen. Wohlfühlcharakter. Enttäuschend jedoch: Kein einziges einheimisches Bier oder sonstwas. Es fehlte eigentlich nur noch Heineken, Jever Fun war da. Was uns dort vor ca. 28 Jahren hinverschlagen hat, als wir auf Durchreise mit Übernachtung waren, keine Ahnung.

Diesmal war die Übernachtung im Hotel Alibi. Ja, richtig gelesen! Name ist Programm. Dieses “Hotel” hat auch keinen anderen Namen verdient. Außer den “Neuankömmlingen” (Refugees Welcome), 2 weiteren Mitreisenden, die sich wohl auch “verlaufen” haben und wir war keiner im Haus. Auch nicht die jetzige Betreiberin. Die musste per Handy erst herbeitelefoniert werden. Die 67 €, die wir bezahlt haben, waren voll gerechtfertigt. Für die Gemeinde, die wohl die anderen Zimmer mitfinanziert hat. So kann man sich auch gesundstoßen und sein Heim irgendwie aufrecht erhalten. Wir hätten gerne dafür nur 17 € bezahlt und für das Frühstück 1,90 €. Unglaublich, was Bilder und Worte im Internet verursachen. Ansonsten ein großer leerer Marktplatz, viele Italiener und Main.

5. Tag Schweinfurt – Marktbreit 66 km

Unsere Alibi-Besitzerin hatte uns noch mit auf den Weg gegeben: “In unserer Region bleibt es trocken heute”. Diese Region war wahrscheinlich nur auf die Stadt Schweinfurt selbst bezogen. 3 km gefahren und es begann zu regnen. Es goss! In Strömen… Wir haben Abkürzungen gesucht, da der Main sich hier windet. Wir haben sie gefunden und genutzt. Bei dem Wetter sehr willkommen. Hier waren die schönsten Örtchen der Radtour. Sommerach, Schwarzach, Kitzingen und zu guter Letzt Marktbreit. Eine Fähre bei Wipfeld brachte uns auch noch auf die andere Mainseite. Sehr sehr schade, dass der Regen den Wein verdünnt hat im Gasthaus Strobel – zum weißen Lamm. Die beste Leberkloßsuppe ever gegessen. So was von schön da. Und der Innenhof… diente uns zum Trocknen der Regensachen die nicht trocknen konnten weil die Luft so feucht war.

Wir sehnten das Ende in Marktbreit herbei. Dieses wunderschöne Örtchen hatten wir uns im letzten Jahr für eine Mittagspause auf einer Autokauftour ausgesucht. Durch Zufall dahin geraten. Einfach schön und die Idee der Mainradtour war geboren. Hier sollte eine Übernachtung stattfinden. Diese fand im Inhotel Mainfranken statt, ein Hotel der AWO. Einfach super. Preis-Leistung hervorragend! Wenn das Hotel über HRS gebucht wird, zahlt man 64,61 € inkl. Getränkeautomat für späte Stunden mit einheimischem Bier und Wein mit Gläsern. Der Ort Marktbreit, sehr malerisch mit vollkommener Stadtmauer und vielen Türmchen, bot auch noch leckeres Essen und Trinken (Oechsner) im Gasthof Löwen. Es gab zum letzten Mal für einen von uns: Na, wer errät es? Schäufele. Nebenbei erwähnt wohnten wir neben dem Ziel unserer Träume: Dr. Alzheimer

6. Tag und letzte Etappe Marktbreit – Würzburg 32 km

Raus dem schönen Städtchen Marktbreit, rauf auf die Bank der Riesen. Schnell noch einen Schoppen im auch schönen Örtchen Eibelstadt beim lustigen und sehr freundlichen Wirt im Weinglöcklein. Es drohte mal wieder feucht zu werden, hielt aber. Würzburg hat uns auch sehr gut gefallen, alles so gemütlich. Und vor allem ein Miteinander von Fahrrad, Straßenbahn, Fußgänger ohen zu hupen und meckern.Nach einem “Happen” Essen und mal wieder einem bayrischen Bier rein in den Zug und ab nach Hause. ABER. Die Bahn. Ich kürze ab: Alle Türen des Fahrradwaggons defekt, also Räder durch einen anderen Waggon durch alle Sitzreihen gehievt. Na super. Zuhause kaputt, aber voller Eindrücke angekommen.

Die nächste Tour wird schon wieder geplant…

 

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